Kompetent vor Ort

Rechtsextremismus in Baden-Württemberg

ist keine Randerscheinung, wie manche glauben. Auch in Baden-Württemberg sind Rechtsextremisten aktiv und versuchen, Anhänger für ihre Ideologie zu finden. Sie veranstalten Demonstrationen und Konzerte, verteilen sogenannte „Schülerzeitungen" und Schulhof-CDs. Sie geben sich als der nette Nachbar von nebenan oder greifen Menschen gewalttätig an. Rechtsextremismus ist kein gesellschaftliches Randphänomen. Vielmehr etablieren sich rechtsextreme Einstellungen und Strukturen in der Mitte der Gesellschaft und in der Alltagskultur – und stellen damit eine Bedrohung der demokratischen Grundordnung dar.

Vor Ort sind die Kommunen, Schulen und andere Institutionen sowie die Einwohner bei rechtsextremen Vorfällen oft verunsichert. Sie suchen nach Handlungsmöglichkeiten, um effektiv etwas gegen diese Vorkommnisse zu tun und um sich zivilgesellschaftlich gegen rechtsextremistische Tendenzen zu engagieren.

Wer hilft dabei?

Kompetent vor Ort. für Demokratie – Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg wurden mit dem neuen Bundesprogramm „kompetent. für Demokratie" landesweit Ansprechstellen geschaffen, die bei rechtsextremen, fremdenfeindlichen oder antisemitischen Vorfällen in Anspruch genommen werden können. Die Beratungsnetzwerke bieten hier Hilfe und Beratung. „kompetent vor Ort" ist Teil des bundesweiten Programms „kompetent. für Demokratie – gegen Rechtsextremismus", dem sich das Land Baden-Württemberg angeschlossen hat.

Wer steckt dahinter?

Das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg hat die Jugendstiftung Baden-Württemberg und die Landesarbeitsgemeinschaft Offene Jugendbildung (LAGO) mit der Umsetzung und Koordination des Bundesprogramms beauftragt. Die beiden Institutionen setzen das Programm gemeinsam um und arbeiten darüber hinaus eng mit Trägern der Kinder- und Jugendarbeit zusammen, welche die Beratungstätigkeit bei rechtsextremen Vorfällen übernehmen.

Was können rechtsextreme Vorfälle sein?

  • Rechtsextreme Jugendliche treten an einer Schule offen in Erscheinung oder versuchen, den örtlichen Jugendclub zu unterwandern
  • Rechtsextremisten veranstalten Konzerte oder Demonstrationen
  • Rechtsextremisten verteilen an Schulen „Schülerzeitungen" oder Schulhof-CDs
  • Es kommt zu fremdenfeindlichen Übergriffen, Überfällen oder Angriffen auf Andersdenkende
  • Rechtsextreme Parolen und Schmierereien im öffentlichen Raum
  • Rechtsextremisten werden in anderer Form aktiv und schließen sich zusammen

Wer kann Beratung in Anspruch nehmen?

Betroffene, Lehrer und Jugendleiter, kommunale Politiker und Einwohner können in solchen Fällen das nächstgelegene Beratungsnetzwerk kontaktieren. Dieses wird je nach Problemlage ein mobiles Interventionsteam aus Fachleuten und Experten zusammenstellen, welches mit den Betroffenen vor Ort gemeinsam eine Handlungsstrategie entwickelt, die auf die individuelle Situation zugeschnitten ist.